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 Probleme der NATO in den siebziger Jahren

Das Jahrzehnt ab 1970 war geprägt von der Politik der Entspannung. Mit den Ostverträgen, die die Bundesregierung unter Brandt/Scheel mit der Sowjetunion, Polen und der DDR abschloss, stand die Bundesrepublik an der Spitze dieser Entwicklung.

Unmittelbare Auswirkungen militärischer Art oder im Hinblick auf die militärische Position der NATO hatten diese Schritte jedoch nicht.

Das war auf der Ebene der Supermächte USA und Sowjetunion, wo im Rahmen von SALT über die Begrenzung der strategischen Atomwaffen verhandelt wurde, anders.

Diese Verhandlungen und die daraus resultierenden Verträge waren gewissermaßen die amtliche Anerkennung der Sowjetunion als gleichberechtigte Atommacht durch die USA. Das wiederum ließ die Zweifel der europäischen NATO-Verbündeten an der Zusage der USA, Europa im Ersntfall mit dem Einsatz aller Mittel gegen einen sowjetischen Angriff zu verteidigen, wachsen.

Militärisch betrachtet war die NATO zu Beginn der siebziger Jahre ohnehin alles andere als eine kraftvolle Organisation, vor der sich der Warschauer Pakt hätte fürchten müssen.

Geografisch und organisatorisch war mit dem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation eine riesige Lücke in die Verteidigungsstruktur gerissen worden. Eine Tiefe des Raumes, in dem eine flexible konventionelle Verteidigung hätte organisiert werden können, war nicht mehr gegeben. Die vielen Versorgungseinrichtungen, die die USA in Frankreich hatten, mussten zwangsläufig nach vorne, also näher an die potentielle Front verlegt werden. Die für die Verteidigung des Mittelabschnitts verantwortlichen NATO-Oberbefehlshaber konnten mit den französischen Ressourcen, insbesondere über das in Südwestdeutschland stationierte ehemalige französische NATO-Kontingent, nur sehr eingeschränkt disponieren. Die Kräfte konnten allenfalls noch als eine Art strategischer Reserve mit vielen Fragezeichen in die Planungen einbezogen werden.

Nicht viel besser sah es mit der ehemaligen Paradetruppe des NATO-Mittelabschnitts, den amerikanischen Streitkräften aus. Die substantielle Schwächung dieses Eckpfeilers der NATO-Verteidigungsdoktrin war der Preis, den die NATO für das starke Engagement der Amerikaner in Südostasien zu zahlen hatte. Erst ganz allmählich erholten sich die in Mitteleuropa dislozierten NATO-Kräfte nach dem Ende des Vietnam-Kriegs wieder von diesem Aderlass.

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