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Aufbau des Heeres

Für das Heer der Bundeswehr sah die Planung eine Gliederung in 12 Divisionen vor, so wie dies auch die EVG-Planungen vorgesehen hatten. Dies stellt zugleich die Ober- wie Untergrenze dar: Die WEU-Bestimmungen ließen nicht mehr zu und die NATO-Forderungen nicht weniger. Als übergeordnete Kommandos sahen die Planungen drei Korps vor.

Durch den Aufstellungsbefehl Nr. 19 vom 16. Juni 1956 befahl das Verteidigungsministerium die Einrichtung des Heeresstabes I in Münster, der am 1. Oktober 1956 in Stab I. Korps umbenannt wurde. Die Aufstellung der 1. und der 3. Panzerdivision wurde am 1. bzw. 2. Juli 1956 befohlen; beide Divisionen wurden am 15. September dem I. Korps unterstellt. Im November 1956 bestand das Korps aus etwa 10.500 Soldaten. Innerhalb eines guten Jahres gelang eine Verdoppelung der Personaldecke auf 20.000 Mann. Bei der Aufstellung der Truppe wurde auf Bataillonsebene nach dem Prinzip der Zellteilung verfahren, indem ein Bataillon nach jeweils sechs Monaten zur Bildung zweier neuer Bataillone halbiert und anschließend auf Sollstärke aufgefüllt wurde. Der Korpsstab und die 1. Division wurden am 1. Juli 1957, die 3. Division ein halbes Jahr später der NATO assigniert.

Mit dem gleichen Aufstellungsbefehl wurde der Aufstellungsstab Süd mit dem Aufbau des II. Korps in Ulm zum 2. Juli beauftragt. Zu den untergeordneten Truppenteilen des II. Korps zählten die 2. Grenadierdivision, die  am 1. Juli 1956 in Kassel aufgestellt wurde, die 4. Grenadierdivision, die am 1. Juli 1956 in München aufgestellt und am 15. Dezember 1956 nach Regensburg verlegt wurde sowie die 5. Panzerdivision, die ab 1. August 1956 in Grafenwöhr aufgestellt und im im Februar und März 1957 nach Koblenz und Wetzlar verlegt wurde. Als aus dem üblichen Gliederungsschema herausfallend kamen zum zweiten Korps noch die 1. Gebirgsdivision (Aufstellung am 14. November 1956 in Mittenwald) und die 1. Luftlandedivision (Aufstellung am 2. Januar 1957 in Esslingen).

Die Aufstellung des dritten deutschen Korps erfolgte etwas später. Erst am 16. März 1957 begannen in Koblenz die Vorbereitung zur Aufstellung des Korpsstabes. Die Auffüllung mit Divisionen erfolgte bei diesem Korps in der Anfangsphase vor allem durch Abgaben des II. Korps. Am 1. Juli 1957 wurde die 2. Grenadierdivision aus dem Befehlsbereich des II. Korps herausgelöst und dem III. Korps unterstellt. Ebenfalls 1957 schied die 5. Panzerdivision aus dem Unterstellungsverhältnis beim II. Korps aus und wurde dem III. Korps unterstellt. Auch das I. Korps musste eine Division abgeben. Zum 1. Dezember 1958 wechselte die 7. Panzerdivision vom I. Korps zum III. Korps.

An Korpstruppen standen jedem Korps ein Feldzeugregiment für den Bereich Instandsetzung, ein  Korpsartilleriekommando mit einem Raketenartilleriebataillon, einem Nachschubbataillon und Topographieeinheiten zur Verfügung. Ferner ein Sanitätskommando, ein Fernmeldekommando, ein Korpsflugabwehrkommando sowie eine Pionierkommando.

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