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Aufbau der Luftwaffe

Auch die ersten Planungen für die neu aufszustellende deutsche Luftwaffe basierten noch auf den Rahmenbedingungen der gescheiterten EVG.

Danach sollten folgende fliegende Verbände aufgestellt werden: 4 Jagdverbände in Goch/Niederrhein, Nörvenich, Mannheim und Söllingen/Baden, ferner 10 Jagdbomberverbände in Rheine, Achmer, Münster, Frankfurt, Frankfurt Rhein-Main, Giebelstadt, Fürstenfeldbruck, Neubiberg und Freiburg sowie 2 Transportverbände in Lahr/Schwarzwald und Celle. Die geplanten Verbände sollten mit 1900 Flugzeugen ausgestattet sein. Als Ergebnis diverser Verhandlungen im Rahmen der NATO wurde die Zahl der Flugzeuge für die deutsche Luftwaffe schließlich bei 1326 fixiert.

Als am 7. Juni 1955 die Dienststelle Blank in das Bundesministerium für Verteidigung umgewandelt wurde, bekam auch der nachgeordnete Luftwaffen-Bereich eine neue Struktur. Aus der bisherigen Planungsabteilung II/ PL/ L wurde die neue Unterabteilung II/ 6 Luftwaffe mit zahlreichen nachgeordneten Referaten. Erster Unterabteilungsleiter wurde der Oberst Werner Panitzki.

Der eigentliche Aufbau der Luftwaffe begann im Jahr 1956 mit der Einrichtung der ersten Flugzeugführerschulen an folgenden Stationierungsorten:

An weiteren Luftwaffenschulen wurden in Lechfeld die Technische Schule L und in Kaufbeuren die Technische Schule K eingerichtet. Weiterhin wurden zahlreiche Lehr- und Versuchseinheiten gebildet, so zum Beispiel in Putlos das Flugabwehrversuchsregiment und in Nörvenich eine Fernmeldelehr- und Versuchskompanie (im Februar 1957 nach Lechfeld verlegt).

Für die Aufstellung der fliegenden Einheiten legte das Verteidigungsministerium den folgenden ersten Plan vor:

 

Einheit Standort
Lufttransportgeschwader 61 Diepholz
Lufttransportgeschwader 62 Erding

 
Tagjägergeschwader 11 Leck
Tagjägergeschwader 12 Illesheim
Tagjägergeschwader 13 Nörvenich
Tagjägergeschwader 14 Limburg

 
Jagdbombergeschwader 31 Stade
Jagdbombergeschwader 32 Büchel
Jagdbombergeschwader 33 Wittmundhaven
Jagdbombergeschwader 34 Herrenberg/Baden-Württemberg
Jagdbombergeschwader 35 Hesepe/Cloppenburger Land
Jagdbombergeschwader 36 Rißtissen/Ulm
Jagdbombergeschwader 37 Nordhorn
Jagdbombergeschwader 39 Bissel/Bremen

 
Aufklärungsgeschwader 51 Rotenburg/Wümme
Aufklärungsgeschwader 52 Manching
Aufklärungsgeschwader 53 Achmer/Osnabrück

Was diesen Plan zum Scheitern verurteilte, war nicht die Anzahl der Einheiten, sondern das dahinter stehende Dislozierungskonzept. Mit Ausnahme der beiden Transportgeschwader war für alle anderen Einheiten vorgesehen, diese auf jeweils drei Standorte mit je einer fliegenden Staffel zu verteilen. Diese Organisation hätte insgesamt 51 Flugplätze erfordert. Eine schnelle Umsetzung war damit wegen der fehlenden Infrastruktur illusorisch. Daher wurde diese Planung revidiert und eine Dislozierung ins Auge gefasst, die für jedes Geschwader einen Flugplatz vorsah. Die folgende Tabelle zeigt die realen Abläufe bei der Aufstellung der fliegenden Geschwader der neuen Luftwaffe:

 

Einheit Befehl Aufstellung Erster Standort Flugzeug
Lufttransportgeschwader 61 Nr. 47 vom 29. Januar 1957 01.03.1957 Erding Douglas C- 47
Jagdbombergeschwader 31 Nr. 67 vom 17. September 1957 01.02.1958 Nörvenich F-84F
Jagdbombergeschwader 32 Nr. 87 vom 29. April 1958 01.06.1958 Lechfeld F-84F
Jagdbombergeschwader 33 Nr. 49 B vom 21. Juni 1958 01.07.1958 Büchel F-84F
Jagdbombergeschwader 34 Nr. 96 vom 17. September 1958 01.10.1958 Nörvenich F-84F
Jagdbombergeschwader 35 Nr. 97 vom 17. September 1958 01.12.1958 Büchel und Nörvenich F-84F
Jagdgeschwader 72 Nr. 118 vom 1. April 1959 01.04.1959 Oldenburg F-86 Sabre MK 6
Aufklärungsgeschwader 51 Nr. 124 vom 10. April 1959 01.04.1959 Erding RF- 84F
Aufklärungsgeschwader 52 Nr. 125 vom 10. April 1959 01.04.1959 Erding RF- 84F
Jagdgeschwader 71 Nr. 110 vom 28. Januar 1959 06.06.1959 Ahlhorn F-86 Sabre MK 6
Lufttransportgeschwader 62 Nr. 107 vom 25. September 1959 01.10.1959 Celle/Köln- Wahn Noratlas
Jagdgeschwader 73 Nr. 119 vom 1. April 1959 01.12.1959 Oldenburg F-86 Sabre MK 6
Aufklärungsgeschwader 53 Nr. 154 vom 21. Juli 1960 01.10.1960 Erding Fiat G-91
Jagdgeschwader 75 Nr. 155 vom 21. Juli 1960 01.10.1960 Leipheim F-86K Sabre
Jagdbombergeschwader 36 Nr. 180 vom 13. März 1961 01.04.1961 Nörvenich F-84F
Lufttransportgeschwader 63 Nr. 195 vom 19. Oktober 1961 15.12.1961 Celle Noratlas
Aufklärungsgeschwader 54 Nr. 204 vom 6. März 1962 01.04.1962 Erding Fiat G-91

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