Die Entwicklung der NATO ab 1955 war militärisch vor allem geprägt von der Stärkung des Bündnisses durch die Aufstellung der Bundeswehr sowie der Aufrüstung der Bündnisstreitkräfte mit taktischen Nuklearwaffen in breitem Rahmen. Die Basis dafür bildete das Dokument Minimum Essential Force Requirements, 1958-1963 (MC 70) des Miltiärausschusses. Mit der Verabschiedung des Strategie-Dokuments MC 14/2
am 9. Mai 1957 wurde das Prinzip der massiven Vergeltung zum offiziellem Konzept des Bündnisses.
Auswirkungen auf das Bündnis hatten auch die internationalen Krisen dieses Zeitabschnitts, nämlich der Aufstand in Ungarn im Herbst 1956, der Krieg um den Suez-Kanal ebenfalls im Hebrst 1956 und die Berlin-Krise, ausgelöst durch die Note Nikita S. Chruschtschows vom 27. November 1958 an die drei westlichen Besatzungsmächte Berlins, die USA, Großbritannien und Frankreich.
Der Ungarische Volksaufstand begann am 23. Oktober 1956 und endete Anfang November, nachdem sowjetische Truppen den Aufstand blutig niedergeschlagen hatten. Zwar erhielten die Aufständischen verbale Unterstützung vom Westen, aber an eine Intervention durch die NATO war zu keinem Zeitpunkt gedacht, zumal das Bündnis durch den Krieg am Suez, in den die Bündnismitglieder Frankreich und Großbritannien involviert waren, teilweise paralysiert war.
Mit der Rückkehr von de Gaulle an die Macht begann der Prozess der zukzessiven Abkehr Frankreichs vom Prinzip der integrierten Verteidigung, der im Jahr 1967 mit dem Austritt Frankreichs aus den Militärstrukturen des Bündnissen seinen Höhepunkt und Abschluss fand.
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