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 Die Himmeroder Denkschrift

Den Beginn einer offiziellen militärstrategischen Planung in der Bundesrepublik stellt das Treffen von fünfzehn ehemaligen Offizieren der deutschen Wehrmacht im Eifelkloster Himmerod im Oktober 1950 dar, die im Auftrag des Bundeskanzlers eine Denkschrift über die Aufstellung eines deutschen Kontingents zur Verteidigung Westeuropas (Himmeroder Denkschrift) ausarbeiten.

Im Mai 1950 wurden vorsichtig die ersten Maßnahmen zur Errichtung erster militärpolitischer Institutionen in der BUndesrepublik vollzogen. Offiziell waren nämlich solche Aktivitäten auf Grund des Gesetzes der Alliierten Hohen Kommision zur Ausschaltung des deutschen Militarismus verboten. In diesem Monat berief Bundeskanzler Konrad Adenauer Gerhard Graf von Schwerin zu seinem sicherheitspolitischen Berater. Offiziell lief die Diensstelle des Grafen unter der Tarnbezeichnung  Zentrale für Heimatdienst (ZfH).

Diese Institution sprach auch die Einladung zu der Tagung in der Zisterzienserabtei in der Eifel aus. Das Expertengremium tagte vom 5. bis 9. Oktober 1950. Das Ergebnis war eine Studie "Über die Aufstellung eines Deutschen Kontingents im Rahmen einer Übernationalen Streitmacht zur Verteidigung Westeuropas", so die offizielle Bezeichnung der Himmeroder Denkschrift.

Zu der geladenen Expertengruppe zählten durchweg ehemalige Wehrmachtsgenerale und -Offiziere:

Die Vorschläge der Denkschrift sahen folgende Strategie zur Verteidigung Westdeutschlands gegen einen sowjetischen Angriff vor:

Die Himmeroder Denkschrift bildet die Grundlage aller weiteren militärischen Planungen der Bundesregierung und ergab die Eckdaten, mit denen ihre Vertreter in die Verhandlungen über die Wiederbewaffnung eintraten. Die erste Alternative für den Aufbau einer westdeutschen Armee wurde in den so genannten Petersberger Gesprächen, die am 9. Januar 1951 zwischen der Alliierten Hohen Kommission und dem Vertreter des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen, Theodor Blank, begannen.

Nach den in diesen Verhandlungen ausgearbeiteten Plänen sollte die neue deutsche Armee innerhalb kürzester Zeit durch eine Art Mobilmachung erfolgen; die personelle Komponente dieser Mobilmachung sollten reaktivierte deutsche Wehrmachtsangehörige bilden, während die materielle Ausstattung aus den zahlreichen amerikanischen Gerätedepots, die nach der Demobilisierung der amerikanischen Armee 1946 in Westdeutschland entstanden waren, erfolgen sollte.

Dieser Plan konnte durch die geänderte Situation, wie sie nach dem französischen Vorschlag zur Bildung einer Europaarmee unter deutschen Einschluss entstanden war nicht mehr weiterverfolgt werden. Die militärstrategischen Planungen der Bundesrepublik verlagerten sich fortan nach Paris, wo am 15. Februar 1951 die Gespräche über den Pleven-Plan und die EVG begannen und wo die Bundesrepublik mit einer starken Delegation unter der Leitung Theodor Blanks teilnahm.

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