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Der Weg der BRD in die NATO
Als sich zu Beginn der fünfziger Jahre in der Frage der deutschen Wiederbewaffnung eine positive Wende abzuzeichnen begann, entstand in der Bundesrepublik die Notwendigkeit einer Diskussion über militärstrategische Konzeption, Umfang und Struktur der künftigen Streitkräfte.
Der Rahmen dieser Diskussion wurde abgesteckt von zahlreichen Problemen, die sich aus der spezifischen Situation der Bundesrepublik fünf Jahre nach Kriegsende und ein Jahr nach ihrer Konstituierung ergaben:
- Die ehemaligen Kriegsgegner und künftigen Verbündeten in Westeuropa, insbesondere Frankreich, hatten ein starkes Interesse daran, dass eine westdeutsche Armee möglichst nur so stark und so strukturiert sein sollte, dass sie keine neuerliche Gefahr für ihre Länder werden konnte.
- Die Stimmen in der Bundesrepublik, die auf Grund der Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit eine Wiederbewaffnung generell ablehnten und folglich auch eine militärstrategische Debatte für überflüssig hielten, hatten ein starkes Gewicht.
- Für die politische Führung, insbesondere Konrad Adenauer, war die Wiederbewaffnung in erster Linie ein politisches Instrument, mit dessen Hilfe die Wiedererlangung der vollen Souveränität forciert, eine mögliche Neutralisierung verhindert und die Westintegration bewerkstelligt werden konnte. Militärstrategische Fragen hatten infolgedessen im Konzept der Bundesregierung nur untergeordnete Bedeutung.
- Die militärstrategische Debatte in der Bundesrepublik krankte schließlich daran, dass sich die Vorstellungen der Verantwortlichen in erster Linie am Kriegsbild vergangener Tage orientierte und der Bedeutung der modernen Waffentechnologie, besonders der Nuklearwaffen, nur begrenzte Beachtung geschenkt wurde.